Yoga

Es war ein kalter Wintertag und ich hatte gerade nichts weiter vor, als mich meine Freundin Charlie fragte, ob ich sie auf die Yoga-Messe begleiten würde.

In der Tat! Erst neulich hatte ich daran gedacht, dass ich etwas mehr für meine Fitness und für meine Beweglichkeit tun sollte und dabei war ich bereits ganz selbstständig auf das Thema Yoga gestoßen, deswegen sagte ich sofort zu. Yoga und Meditation und Yoga und Ayurveda. Yoga für Anfänger und Yoga für Fortgeschrittene und Yoga für Yoga-Lehrer.

Der erste Stopp war der Mitmachraum. Familienyoga, genau das Richtige für mich, weil immerhin bin ich Teil einer Familie und vielleicht wäre das deswegen auch so ein bisschen was Gemäßigtes, etwas, wo auch die Omis mitmachen können.

Schuhe aus, Jacke aus, bequeme Hosen und dicke Wohlfühlsocken, bei mir war alles im grünen Bereich. Die Yogalehrerin begrüßte uns ganz herzlich mit einem bezaubernden Akzent aus der schönen Steiermark in Österreich. Schlanke 185cm biegsames Rohr, mit einem Band um die Stirn und einem Pferdeschwanz bis zum Po, ärmelloses Top und in weicher langer Schlapperhose, stand sie vor uns und erklärte, wie Kinder gerne Yoga machen. Dabei ließ sie ihre filigranen langen Finger verschiedene Figuren nachzeichnen und wenn sie beide Hände aneinander legte, bogen sich die Finger im selben Grad nach außen, wie sich meine nur noch nach innen knicken können. Wir spielten alles nach, grüßten die Sonne, liefen umher und pusteten uns gegenseitig die Sonnenstrahlen zu, machten den Berg, den Baum, die Giraffe und was sonst noch so alles auf ihren Kärtchen zu sehen war und zum Schluss gab es dann noch die gleichen Posen, nur für Erwachsene.

Ehrlich gesagt, hatte ich mich etwas gelenkiger in Erinnerung, aber schon beim Hinsetzen zum typischen Yoga-Schneidersitz, sah man deutlich, dass ich ein blutiger Anfänger war. Meine Knie sollten auf die Matte, während meine Fersen im Schritt ruhten, eine mir unmögliche Position, in der man aber, wenn man’s kann, zur Ruhe kommt. Dann eine Reihe von Bewegungsabläufen, die unsere biegsame Lehrerin einfachheitshalber nach Nummern sortierte, um dann die Nummern in mal schnellerer und mal langsamerer Abfolge aufzusagen. Manchmal wiederholte sie zwei aufeinanderfolgende Nummern im Wechsel, doppelt, dreifach, bevor es mit der nächsten Nummer weiterging. Ich hatte ständig damit zu tun, bei meinen Nachbar-Yogis abzuschauen, weil ich mir wieder einmal nicht die Figur zur Nummer merken konnte. Entsprechend war ich ständig im Verzug. Machte die Vier, wenn es bereits Fünf hieß und machte die Sieben bei der Acht. Egal, dabei sein ist alles, tröstete ich mich, und wichtig war ja, einmal in die Yoga-Welt hineinschnuppern zu dürfen.

Meine Freundin Charlie war überraschend gut aufgeklärt, aber mir hatte niemand gesagt, dass ich im Vorfeld schon mal das kleine Indisch für Anfänger hätte lernen sollen. Yoga Vidya, Hatha Yoga, Kundulani Yoga, und so weiter und alles für die Gesundheit und zum Mobilisieren der Selbstheilungskräfte.

Dann schlenderten wir noch ein wenig durch die Messestände, tranken einen Kaffee (obwohl es einen indischen Sivanada-Ashram-Tee aus Rishikesh gegeben hätte), ließen uns von einem Vitalymedflexi Shiatsu Massagegerät unsere steifen Nacken weichmassieren, staunten über die selbstgemachten Lebensmittel, die kosmisch, biologisch und dynamisch unser Leben beeinflussen könnten und zum Schluss ließen wir uns noch den großen Reisekatalog mitgeben, der jede Menge inhaltsreiche Seminare rund um das Thema Yoga anbietet. Räkel-Yoga oder Schamanisches Frühlingserwachen in Südindien, beim Meister persönlich. Wer kann da schon Nein sagen?

2 Gedanken zu „Yoga

  1. Ych byn sehr für Räkel Yoga 🙂
    Mach ych yeden Morgen und yeden Abend…

    Ych war heut ybrygens bey Pylates.
    Hatte mych auch etwas gelenkyger yn Erynnerung 😀

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