In Klammern (Humor)

Gehören Sie auch zu denen, die das in Klammer stehende (meist ist es doch eh nur überflüssiger Unsinn) einfach überlesen? Also ich gestehe: Ich gehöre dazu!

Ich meine, wieso sollte jemand (ich gehe davon aus, dass es sich um intelligente Schreiber handelt), der etwas Wichtiges zu sagen hat, das Wichtigste davon (also das, was für das Verständnis des Textes die größte Rolle spielt) in Klammern setzen? Ist es nicht vielmehr so, dass Klammern in der Regel nur Nebensätze beinhalten (allerhöchstens vielleicht mal eine Altersangabe oder einen personellen Hinweis), also nichts von größerer Bedeutung für das Thema des Textes insbesondere?

Nun ja, so könnte es sein. Allerdings ist es oft sinnvoll, wichtige Informationen (also Jahreszahlen, Daten und Fakten) trotzdem mitzubekommen. Charlie (meine Freundin aus ca 140 flohhupferln) sagt, sie überfliege die Inhalte der Klammern vorerst immer nur (wobei sie dann zuerst einmal grob unterscheidet ob es sich in der Klammer um Zahlen oder Wörter handelt) und dann sähe sie schon aus dem Augenwinkel heraus, ob der Klammerinhalt für sie wichtig wäre und ob sich ein ordentliches Drüberlesen und Verinnerlichen nochmal lohne oder nicht.

Mathematiker kennen sich vermutlich mit Klammern besser aus, als Schreiberlinge der Unterhaltungsbranche. Sie wissen nur zu genau, dass alle geöffneten Klammern {mit eingeklammerten Daten und Fakten [zB die letzten Jahre betreffend (zB Geburtstagsdaten )]} am Ende auch wieder geschlossen werden müssen.

Dem Leser sei geraten, bei allen Schriftstücken (nur nicht bei diesem hier) den Klammerinhalt doch sehr ernst zu nehmen und alles mitzulesen was gelesen werden muss (auch das Kleingedruckte), weil Klammertexte auch so wichtige Information beinhalten, wie ob etwas eingeklammert (ich esse alles) oder ob etwas ausklammert (außer Blumenkohl) werden soll.

Die berühmteste Klammer dürfte wohl die Genderklammer sein. Alle Leser(innen) meiner kleinen flohhupferl wissen, wovon ich spreche. Lehrer(innen) und ihre Kolleg(inn)en in den öffentlichen Ämtern haben (seit dem/r Münchner Bürgermeister(in) Ude) damit ganz besondere Probleme.

In Formularen werden auch gerne Klammern verwendet, wenn Wortteile oder Wörter nicht eindeutig genug sein können oder eine Ergänzung darstellen. So sind die Angaben „acht[und]einhalb“ oder die Auflistung unter „sieb[en]tens“, aber auch gern[e] die Kopp[e]lung an Eltern mit [schulpflichtigen] Kindern, so geschrieben [im Sinne des Klammergebrauchs ][dem deutschen Duden entsprechend] durchaus erlaubt.

Also was mich betrifft (flohhupferl), ich liebe Sätze und Geschichten ganz ohne Aus- oder Einklammerei. Das wichtigste Ergebnis meiner Untersuchungen (es waren nicht so viele) zeigt mir, dass es ohne Klammern [vor allem bei Seitenangaben und Quellennachweisen] oft nicht geht.

(Das sind alles in allem wieder einmal 419 Wörter die noch geschrieben werden wollten.)

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