Heiß, heißer, am heißesten!

Nein, ich möchte nicht über die 536. Episode der Pokémon-Animes schreiben – wer kennt die schon noch? – sondern die derzeitige Wetterlage festhalten.

35 Grad Celsius hat es im Vorgarten und hinter dem Haus ebenso. Selbst wer seine Fenster in dieser Zeit gegen Norden hin öffnen kann ist nicht viel besser dran, als der mit der allzeit bevorzugten Südlage. Es soll aber noch heißer gewesen sein. Der heißeste Tag in unserem Land, der aufgezeichneter Weise festgestellt wurde, war am 13. August 2003. Da wurden in Karlsruhe, sowie im Breisgau immerhin 40,2 Grad Celsius gemessen. Wer das damals überlebt hat weiß heute, wie er sich vor solcher Hitze schützen kann.
Man könnte zu einem See fahren und sich den ganzen Tag irgendwie ins Wasser hängen, bis einem Schwimmhäute zwischen den Fingern und Zehen wachsen. Aber das scheitert vermutlich an den Parkgelegenheiten. Ich vermute, dass die Parkplätze an allen bayrischen Seen und Baggerpfützen derzeit schon am Morgen gut gefüllt und die Seitenstreifen der Anliegerstraßen landauf und landab spätestens bis Mittag vollgeparkt sind. Jeder Liegeplatz an irgendeiner Wasserstelle wird besetzt sein und die Schwimmbäder werden wieder einmal überquellen. Ich erinnere mich, dass ich an solch einem heißen Tag, vielleicht war es sogar der 13. August 2003, einmal im Schwimmbecken des Freibades stehen musste, weil ich von allen Seiten bedrängt, angesprungen und  übersprungen, untergetaucht und hochgehoben, vollgeplantscht und rumgestoßen wurde. Nur mit schwersten Anstrengungen war es mir möglich, das Becken ohne größere Verletzungen wieder zu verlassen. Zwei Tage später stellte ich fest, dass ich mir eine bakterielle Infektion an unangenehmer Stelle eingefangen hatte. Eine Pillenkur mit Antibiotika war die Folge des Aufenthalts im überbesiedelten Becken. Vielleicht müsste es auch überbebieseltes Becken heißen. Jedenfalls werde ich diese heißen Tage jetzt lieber zu Hause verbringen, allenfalls eine Fahrradtour durch den Wald unternehmen, und die würzige Luft einatmen, wenn der Saft der grünen Nadeln in der Sonne  trocknet. Das riecht immer ein wenig nach Ferien in der Toskana.

Dass es im Sommer heiß werden kann lehne ich nicht ab, aber muss die Temperatur von 10 auf 35 Grad innerhalb von zwei Tagen ansteigen?  Wegen des kalten Frühjahrs hängen überall noch die Wintersachen in der Garderobe herum und die Badeanzüge haben sich im Kleiderschrank ganz hinten unten versteckt und müssen erst gesucht und anprobiert werden, ob sie überhaupt noch passen.

Wer an so einem Tag im Freien arbeiten muss, ist wirklich nicht zu beneiden. Hitzefrei haben nur Schüler, Lehrer und Finanzbeamte. Sie zeichnen sich alle dadurch aus, dass sie keine Denkfehler machen dürfen. Ein kühler Kopf ist gefragt und Rechenfehler könnten im letzteren Falle sogar noch sehr unangenehm werden.

Apropos Extremtemperaturen: Nicht nur die höchsten sind interessant! An Tagen wie diesen ist es auch mal nett, sich an den tiefsten Temperaturen gedanklich abzukühlen. Man könnte durchaus schon ins Schlottern kommen, wenn man liest, dass am 24.Dezember 2001 am Funtensee in Bayern minus 45,8 Grad Celsius gemessen wurden. Wer da draußen sein musste, war genauso wenig zu beneiden, wie der Badegast heute im städtischen Freibad. Dass es irgendwo auf der Welt immer noch verrückter geht, weiß der Wostoker: In seinem Stadion wurden am 21. Juli 1983 immerhin minus 89,2 Grad Celsius gemessen.

Wenn ich an solche Temperaturen denke, freue ich mich wieder, dass heute draußen die Sonne scheint.

2 Gedanken zu „Heiß, heißer, am heißesten!

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