Die Probleme der Superreichen

Sind wir doch einmal ehrlich: Die meisten Probleme auf dieser Welt hat man mit der Kohle, dem Zaster, dem Schotter, dem Geld, weil es Probleme macht wo es fehlt und weil es Probleme macht wo es zu viel ist. Sicher, die Probleme sind ganz unterschiedlich, aber Probleme sind eben Probleme.

So wie die einen nicht wissen woher sie das Geld nehmen sollen, so wissen die anderen inzwischen nicht mehr, wo sie es ausgeben können und schon gar nicht wissen sie, wo es sicher angelegt ist.

Aber wie ist das eigentlich, wenn man so viel Geld hat, dass man nicht mehr weiß, wohin damit?

Einer Dokumentation zufolge investieren die meisten Superreichen in Immobilien, die sie dann aber weder vermieten, noch selbst nutzen. Es geht ausschließlich darum diese Immobilien zu besitzen. Da werden Schlösser inmitten der romantischsten Landstriche gebaut mit privaten Tennisplätzen und Golfplätzen außen herum. Tausendachthundert Quadratmeter Wohnfläche und Achthundert Quadratmeter Keller mit Snookertisch, Schwimmbad, Partymeile und Fitnesslandschaft, Heimkino und hauseigener Bowlingbahn. Jeder der dort wohnen würde, bräuchte sein ganzes Leben lang nicht mehr irgend woanders hingehen oder hinfahren, weil sich alles was der Mensch begehrt in seiner Reichweite befindet.

In London werden riesige Stadthäuser entkernt, um aus mehreren Wohnungen eine einzige zu machen. Sechzigmillionen englische Pfund lassen sich auf diese Weise gut und sicher anlegen und für hundertvierzigtausend englische Pfund wöchentlich könnte man das Appartement sogar für einen wohlverdienten Urlaub mieten, Frühstück und Personal nicht inbegriffen.

Allerdings hätte der Vermieter dann wieder ein Problem. Das größte Problem der Superreichen ist nämlich das Steuerproblem. Denn was macht jemand, der wöchentlich so nebenbei hundertvierzigtausend englische Pfund verdient und nicht möchte, dass mit einem Teil dieses sauerverdienten Geldes die Infrastruktur und die Sicherheit des Landes mitfinanziert wird? Am besten er ändert zuallererst seinen Hauptwohnsitz und zieht in ein Land mit gemäßigteren Steuersätzen. Und wenn er nach dem Kauf seiner Traumimmobilie, seines Privatjets, seiner Luxusyacht und seinem Fuhrpark immer noch Geld übrig hat, lässt er sich vom Berater seines Vertrauens ein Steuersparmodell anbieten, das seine Einnahmen über sieben oder mehr Ecken hinweg für immer unsichtbar macht.

Meine beste Freundin Charlie sagt, das wirkliche Problem der Superreichen ist, dass sie nicht alles haben können, was ihr Herz begehrt. Zum Beispiel wollten vor drei Jahren Kundinnen in China, am Persischen Golf und in den USA um Ostern herum alle dieselbe Handtasche kaufen, nämlich die Luggage-Bag von Céline und es gab in ganz Deutschland nur noch eine einzige Tasche, was für ein Unglück für all die Superreichen, die keine Handtasche mehr bekommen hätten, sagt sie. Zu Weihnachten war die Luggage-Bag von Céline schon wieder uninteressant, dafür die Birkin Bag von Hermès überall im Gespräch. Da hieß es rechtzeitig zu bestellen, denn die Wartezeit auf diese bis zu zwanzigtausend Euro teure Tasche konnte bis zu neun Monaten dauern. So schwierig zu bekommen wie ein Baby, meint sie. Da nützt es auch niemandem, wenn er viel Geld hätte.

Ich habe einen Stoffbeutel, den meine Kinder im Kindergarten bemalt haben. Er ist so einzigartig, dass ich ihn nicht für eine Million hergeben möchte. Obwohl – man könnte durchaus mit mir darüber reden…

Ein Gedanke zu „Die Probleme der Superreichen

  1. Ich glaube, das sind nicht die wirklich Superreichen, die sich so verhalten. Das sind auch nur die Möchtegern-Reichen, die es noch nötig haben, sich so aufzuführen. Mir zeigen sie nur, wie arm sie sind, dass sie sich sogar zu illegalen Wegen hinreißen lassen.

    Echte Superreiche wie Bill Gates oder Marc Zuckerberg (um bei zwei Beispielen zu bleiben) haben bereits eine wichtige Erkenntnis in ihrem Leben, die Steve Jobs in seinen „letzten Worten“ formulierte. Deswegen gehören sie zu den größten Spendern dieser Welt.

    Steve Jobs:
    „Non-Stop im Erreichen des Reichtums macht einen Menschen zu einer Marionette, was auch mir passiert ist. Der Gott hat uns solche Eigenschaften wie Gefühle für das Leben mitgegeben, damit wir in jedes Herz das Gefühl der Liebe überbringen können. Es darf keine Illusion bestehen bezüglich des Reichtums…
    Das Reichtum, das ich im Verlaufe meines Lebens angehäuft habe, kann ich jetzt nicht mitnehmen…
    Dein Reichtum – das ist die Liebe zu deiner Familie, das ist die Liebe zu deiner Frau und deinem Mann, das ist die Liebe zu deinen Nächsten.
    Passt auf euch auf und sorgt euch um die anderen.“

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